PHILOSOPHIE

Was ist eine Spielgruppe?
Im Zentrum der Spielgruppe steht das Kind vor seiner Kindergartenzeit, mit seinen Bedürfnissen nach Spiel, Bewegung, Ausdruck und Ruhe. Das Kind erweitert sein Betätigungsfeld und sein soziales Beziehungsnetz und lernt, sich in einer Gruppe Gleichaltriger sozial zu verhalten. Dazu ist eine konstante Kindergruppe die beste Voraussetzung. Kleinkinder wollen aktiv tätig sein und nicht nur beschäftigt werden. Im Gegensatz zum Kindergarten hat die Spielgruppe keinen fixen Spiel- und Lehrplan. Das Kind bestimmt weitgehend die Aktivitäten. Die Spielgruppe bietet den Kindern jedoch viel Freiraum für Entdeckungs- und Entfaltungsmöglichkeiten. Die Spielgruppenleiterin unterstützt die freie Spielaktivitäten der Kinder. Sie ist zuerst Beobachterin und dann erst Animatorin, denn ihre Tätigkeit geht von den Kindern und der Gruppenaktivität aus.

Weshalb braucht es Spielgruppen?
Der natürliche, ungefährliche Spiel und Lebensraum unserer Kinder wurden in den letzten Jahren, je nach Wohngebiet, eingeschränkt. Einer grossen Zunahme des motorisierten Verkehrs steht das Verschwinden attraktiver Spielflächen gegenüber. Die zum Teil familienfeindlichen Wohnbedingung führten dazu, dass Kinderkontakte vermehrt organisiert werden mussten.

Was bringt sie dem Kind?
Das Kind freut sich am Spiel mit Gleichaltrigen, lernt einstecken, sich durchsetzen mit Gefühlen umgehen. Es kann seine handwerklichen, sprachlichen und motorischen Fähigkeiten erweitern, seine Kreativität entfalten und Erfahrungen mit Materialien sammeln. Es kann seine Selbständigkeit erproben und Normen, Regeln und Grenzen erfahren. Es löst sich leichter von seinen engsten Bezugspersonen und findet so einen langsamen Übergang von der Familie zur Grossgruppe im Kindergaren.

Was bringt sie den Eltern?
Die Eltern haben durch die Spielgruppe die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und mit anderen Eltern gleichaltriger Kinder Erfahrungen auszutauschen. Für Mütter/Väter ist sie zudem eine Gelegenheit, für kurze Zeit ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen.

Leitfaden:

  • Aktivitäten werden oft spontan auch von den Kindern bestimmt
  • Angebote im kreativen Bereich sind freiwillig
  • "Selber schaffen, schafft Selbstvertrauen"
  • Geschichten werden kurz und einfach erzählt
  • Den Kindern wird Zeit gegeben eigene Lösungen zu finden
  • Die Leiterinnen bieten den Kindern einen grossen Freiraum und setzen klare Grenzen
  • Rituale wie Begrüssung, Znüni, Geschichten und Verabschiedung laufen immer im gleichen Muster ab (Ritual). Das gibt den Kindern Sicherheit.

Die Spielgruppenleiterin ist oft die erste feste Bezugsperson ausserhalb der Familie. Diese ersten Erfahrungen sind sehr wichtig und prägend für die spätere Schulzeit. Deshalb ist die Begleitung der Kinder eine verantwortungsvolle Aufgabe, die hohe Anforderungen an die Leiterin stellt. Die Spielgruppenleiterin braucht Geduld, Toleranz und Feingefühl um herauszufinden, welches die Bedürfnisse der Kinder und der Gruppe sind, und die Kinder dort abzuholen, wo sie stehen. Die Spielgruppenleiterin bietet Spiel- und Werkmaterialien an, die Nutzung dieser Angebote ist jedoch freiwillig. Im Vordergrund steht die Beziehung zu und unter den Kindern, damit die Kinder erste, gute Erfahrungen in der Gruppe machen können. Ein respektvoller Umgang und Klarheit im Austausch mit Eltern ist selbstverständlich.